Die Instrumente  des Scoot'Elec: links Tacho, rechts Batterieanzeige und diverse  Warnleuchten, oben die Tasten für die Eingabe des Sicherheitscodes und die Wahl der Betriebsart Eco

In die Frontverkleidung integriert: Das praktische Staufach

Die Unterbringung  der Batterien im Durchsteg in der Mitte des Fahrzeugs ist  zwar günstig für die Gewichtsverteilung, die Staumöglichkeiten  im Fußraum werden dadurch allerdings etwas eingeschränkt.

Peugeot Scoot'elec Elektroroller

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Auszug aus der "Mobil-E" vom Oktober 1998:

Bewährt sich im Alltagsbetrieb

Der Peugeot Scoot’elec

Mit  seinen ausgezeicheten Beurteilungen bei den Probefahrten nimmt  der Scoot'elec eine Spitzenposition ein - doch wie bewährt er sich in der Praxis?

Ein  Erfahrungsbericht über mehrere Monate Alltagsbetrieb gibt Auskunft.

Seit April stand der Scoot'elec im Einsatz. Neben der Verwenung  in Privathaushalt, wo er von mehreren Personen benützt wird,  diente er auch als Probefahrtenfahrzeug bei zahlreichen Probefahrtenveranstaltungen in der ganzen Schweiz, wo er von den verschiedensten Interessenten  getestet wurde.

 Die wichtigste Meldung vorweg: Während der ganzen Zeit trat keine Störung am Fahrzeug auf, es konnte jederzeit problemlos  seinen Dienst erfüllen. Als einzige Unregelmässigkeit, die jedoch auf eine Fehlbedienung zurückzuführen war, ist das zeitweise Unwirksamwerden des Sicherheitscodes zu nennen,  das durch versehentliche Eingabe eines neutralen Codes verursacht  wurde und durch Festlegung eines korrekten Code nach Konsultation  der Bedienungsanleitung einfach wieder beseitigt werden konnte.

Einfache Bedienung

Die Bedienung des Scoot'elec erwies sich während der ganzen  Benutzungsdauer problemlos. Mit etwas Übung hat man auch rasch den richtigen Schwung im Griff, mit dem das nicht ganz leichte  Fahrzeug ohne grosse Kraftanstrengung auf den Ständer gestellt werden kann.

 Der Scooter ist grundsätzlich für zwei Personen zugelassen  (Fußrasten für den Passagier müssen extra montiert werden). Infolge der laut Fahrzeugausweis auf 130 kg beschränkten Zuladung reicht dies aber kaum für zwei Erwachsene aus. Die volle Ausnutzung  der Zuladung macht sich naturgemäß auch etwas bei den  Fahrleistungen bemerkbar.

Als nützlich erwies sich die nach vorne öffnende Box unter dem Scheinwerfer, die zum Verstauen eines nicht zu grossen Jet-Helmes oder auch für Kleinzeug dient. Sie lässt sich nur  öffnen, wenn der Lenker ganz nach rechts eingeschlagen ist, da das Lenkerschloß nur bei ganz nach links eingeschlagenem  Lenker einrastet, ist dieses Fach bei abgeschlossenem Lenker ebenfalls verschlossen.

Da die Batterien zum Teil im Fussraum (zwischen den Fußabstellflächen) untergebracht sind, ist der Durchstieg nicht frei, was den Transport von Gegenständen, die sonst zur Not zwischen den Füssen verstaut werden können.

Gewöhnungsbedürftig war beim Testfahrzeug die Kapazitätsanzeige: Nach Volladung bleiht sie während der etwa zehn ersten Kilometer  auf voll, um dann pro weitere zehn Kilometer jeweils um etwa ein Viertel zurückzugehen. Heikel ist jedoch, daß knapp  unter einem Viertel Restkapazitätsanzeige der Energievorrat  bereits weitgehend erschöpft ist. Die zu Ende gehende Kapazität wird zwar noch durch eine Warnlampe angezeigt, das definitiie Ende mit komplettem Abschalten des Antriebs wird dann aber relativ rasch erreicht. Wenn man diese. offensichtlich durch eine nicht ganz optimale Justierung bedingte Eigenheit kennt und sich darauf einstellt, ist die Anzeige durchaus  zuverlässig.

Rassiges Fahren in der Stadt

Das Fahren selbst vermittelt vor allem in der Stadt ungetrübte Fahr- freude: Kein Anlassen, Kuppeln oder Schalten ist erforderlich, die Beschleunigung kann mit dem Drehgriff feinfühlig geregelt  werden und ist ruckfrei und gleichmässig vom Stand bis zur  Höchstgeschwindigkeit. Die Beschleunigungswerte sind insbesondere bei gut geladenen Batterien beeindruckend, mit Abnahme des Energievorrats geht der Anzug aller- dings etwas zurück.

Faszinierend ist insbesondere immer wieder die Geräuscharmut beim Fahren. Dies ist nicht nur angenehm für den Fahrer, sondern  auch für nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer, wobei man  allerdings immer gefaßt sein muß dem - etwas optimistischen Tacho bei voll geladenen Batterien gut 55 km/h erreicht. Dies  reicht problemlos zum zügigen Mithalten im Stadtverkehr aus. Auch bei Steigungen setzt sich der Scoot'elec erstaunlich zäh und mit nur geringem Geschwindigkeitsrückgang durch.  Bei Fahrten auf Landstraßen, auf denen 80 km/h oder  mehr zugelassen sind, stoßen die Fahrleistungen des als Kleinmotorrad zugelassenen Rollers naturgemäß an ihre Grenzen. Man wird laufend überholt, wobei die Schmalheit des Fahrzeugs im Vergleich zu anderen langsamen Gefährten  sich jedoch vorteilhaft auswirkt.

Die Bremsen des Scoot'elec wirken kräftig und geben zu keinen  Problemen Anlass. Interessanterweise verfügt der Roller auch über eine Rekuperationsbremse. Vor allem bei nicht mehr ganz vollen Batterien und höheren Geschwindigkeiten packt sie recht  kräftig zu, wenn man den Drehgriff ganz zurücknimmt bzw. loslässt;  eine etwas feinfühligere Dosierbarkeit wäre wünschbar. Im  unteren Geschwindigkeitsbereich ist diese Bremswirkung weniger  stark zu spüren.

Bezüglich Reichweite können die vom Anbieter versprochenen Werte eingehalten werden: 40 bis 45 Kilometer werden Überland  problemlos erreicht, ohne dass man sich einer besonders zurückhaltenden Fahrweise befleissigen müsste. Will man weiter kommen kann  man den Eco-Mode wählen, in dem die Leistung des Motors spürbar  reduziert wird (Höchstgeschwindigkeit nur noch ca. 30 km/h).  Damit büßt das Fahrzeug aber erheblich vom sonst gebotenen  Fahrspass ein - in der Praxis wurde daher diese Möglichkeit  fast nie benutzt.

Längerer Stop-and-Go-Verkehr mit jeweiligem Ausnützen der  vollen Beschleunigung oder längere Steigungen wirken sich selbstverständlich auf die Reichweite aus, jedoch in einem  relativ bescheidenen Mass, das die Einsatzgrenzen des Fahrzeugs nicht gravierend reduziert. Dass auch längere Strecken und beträchtliche Steigungen durchaus bewältigt werden können  beweist nicht zuletzt das gute Abschneiden eines Scoot'elec  an der Fahrt über den Grimsel am diesjährigen Tag des Elektromobils  (...), wo er in 16 Stunden die rund 200 Kilometer lange Strecke mit über 2650 m Steigungen anstandslos bewältigte, wenn auch  zeitweise der Motor recht heiss wurde.

Sparsam im Energieierbrauch

Sehr geschätzt wurde immer wieder die Eigenschaft, daß die Batterien vergleichsweise rasch wieder aufgeladen werden können. In zwei Stunden sind auch ziemlich entladene Batterien  praktisch wieder voll, so daß die Fahrt fortgesetzt  werden kann. Mit dem über einen längeren Zeitabschnitt gemessenen Energieverbrauch ab Steckdose von 6kWh/100 km über längere Strecken und 8 kWh/100 km bei kürzeren Strecken ist der Scoot'elec ausgesprochen sparsam, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass damit eine sehr zügige Fahrweise erreicht wird. Bei Stillstandszeiten  des Rollers von einigen Tagen wurde allerdings eine nicht  zu vernachlässigende Selbstentladung festgestellt. Es empfiehlt sich in diesem Fall vor Beginn einer neuen Fahrt die Batterien  nochmals nachzuladen.

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